UEFA-Pokal, 2. Runde,
Rückspiel 12. September 2002, 18:00 Uhr
VfB Stuttgart - Ferencváros 2:0 (0:0)
Stuttgart, Gottlieb
Daimler-Stadion, 15.000 Zuschauer
Stuttgart: Ernst - Hinkel, Meira,
Bordon, Gerber
- Hleb, Soldo, Meißner (46. Kuranyi),
Seitz - Balakov (84. Mutzel)
- Ganea (46. Amanatidis)
Budapest: Szűcs - Vukmir, Dragóner, Gyepes
- Bognár Zs.
(87. Jovic), Kapic (81. Balog Z.), Lipcsei,
Szkukalek
- Szili
(74. Leandro),
Gera - Tököli
Tore: 1:0 Amanatidis (65.), 2:0 Meira
(90., Foulelfmeter)
Schiedsrichter: Kapitanis (Zypern)
| Ferencváros scheidet
erhobenen Hauptes aus dem Europapokal aus.
Im Nachhinein muss man zu dem Schluß kommen, dass das Erreichen der dritten Runde schon im Hinspiel in Budapest verspielt wurde. Hätten Gera Zoltán oder Tököli Attila die ein odere andere Chance im Hinspiel verwertet, dann wäre im Gottlieb Daimler-Stadion mehr drin gewesen. Das 0:0 vom 31. Oktober erwies sich als gefährliches Ergebnis. In einem mäßigen Spiel vor einer enttäuschenden Kulisse von 15.000 Zuschauern spielte Ferencváros lange Zeit zu passiv. Die erste gefährliche Aktion war dennoch dem ungarischen Rekordmeister vorbehalten, doch der Schuß von Torjäger Tököli verfehlte das Tor des VfB knapp. Zudem zeigte der ehemalige Lauterer und heutige FTC-Torhüter Szűcs Lajos zwei Unsicherheiten im ersten Durchgang, die allerdings unbestraft blieben. Nach gut einer halben Stunde traf Krassimir Balakov nach einem Freistoß aus ca. 18 Metern die Torlatte. Nach der Pause flachte die Partie weiter ab. Nach Vorlage von Jochen Seitz erzielte dann der eingewechselte Grieche Ioannis Amanatidis den 1:0-Führungstreffer (65.) für Stuttgart. Nur wenige Sekunden später konnte die VfB-Abwehr eine dicke Möglichkeit zum Ausgleich vereiteln. Jetzt begann die stärkste Phase der Ungarn, die jedoch mit Lipcsei Péters Freistoß in der 83. Spielminute auch wieder vorbei war. Leider hatte es der einzige verbliebene ungarische Europapokalvertreter auch in diesem Spielabschnitt nicht geschafft, den Torwart der Gastgeber Thomas Ernst zu bezwingen. Die letzte Minute der offiziellen Spielzeit hatte noch weitere (negative) Höhepunkte parat. Gelb-Rote Karte für Kapitän Lipcsei und Foulelfmeter für Stuttgart. Selbst lange nach dem Spiel konnte Lipcsei es noch nicht begreifen, warum der Schiedsrichter aus Zypern so entschieden hatte und berichtete von lachenden Stuttgarter Gegenspielern. Auch die Fans wußten in negativer Hinsicht auf sich aufmerksam zu machen. In der VfB-Fankurve störte vor allem das "Fuck Fradi"-Plakat und Sprechchöre wie "Zick-Zack-Zigeunerpack" oder "Scheiße - scheiße - scheiße Budapest!" Die Gästefans schmießen hingegen unnötigerweise Feuerwerkskörper auf die Laufbahn. Stimmen zum Spiel Garami József (Trainer Ferencváros): "Wir haben es leider schon in Budapest verpaßt unsere Torchancen zu nutzen, sonst wäre heute mehr drin gewesen. Außerdem denke ich, dass das 0:1 für den VfB glücklich war, da Seitz eigentlich nicht zu Amanatidis passen wollte. Naja, unsere Verteidigung hat in dieser Situation aber auch geschlafen. Für was es Elfmeter gab, weiß ich auch nicht. Trotzdem wünsche ich dem VfB Stuttgart viel Erfolg für die weiteren Europapokalspiele." Tököli Attila (Nationalstürmer von
Ferencváros): "Ich bin einfach enttäuscht, dass wir ausgeschieden
sind. Wir hatten uns hier mehr vorgenommen." Auch gegenüber seiner
eigenen Leistung zeigte er sich kritisch: "Ich bin unzufrieden mit
meiner Leistung. Ich habe nicht das gezeigt, was ich kann."
|